News Bericht im ZDF „Deutsches Filmerbe in Gefahr“

kippe

Vote for the Wurst!
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Der erste Oscarpreisträger als bester Schauspieler den es je gab, war 1929 Emil Jannings, den er für seine STUMMFILME "Der Weg allen Fleisches" und "Sein letzter Befehl" bekam!
...und "Der Weg allen Fleisches" ist ironischerweise bereits ein verlorener Film!

Natürlich sollte man jetzt handeln, bevor es andere Filme dieses Kalibers betrifft. Und natürlich sollte man auch die kleinen, unbekannteren Filme retten, aber klar fehlt es an Mitteln und Personal und man wird priorisieren müssen. Aber ich bin froh, dass darüber nicht bestimmte Mitglieder eines deutschen Filmforums entscheiden, nur weil sie kein Interesse an diesen Filmen haben...
 

Baffi

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... aber klar fehlt es an Mitteln und Personal und man wird priorisieren müssen.
Sorry, aber für jeden Scheiß hat der Staat oder Behörden Geld übrig, aber nicht für deutsches Kulturgut?

Aber ich bin froh, dass darüber nicht bestimmte Mitglieder eines deutschen Filmforums entscheiden, nur weil sie kein Interesse an diesen Filmen haben...
+100!
 

pinheadraiser

Dösbaddel
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Was ist eigentlich aus dem Typen geworden der diverse Originalmaterialien wie zum Beispiel ein Negativ und Schnittreste vom Murnauklassiker Nosferatu in Privatbesitz haben soll? Dem gammeln seine Filmdosen doch sicher auch bald unterm Hintern weg. Einigung mit der Murnaustiftung scheints ja wohl nicht gegeben zu haben, sonst hätten wir das ja in Form einer astreinen Restauration zu sehen bekommen.
 

Micha

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Wenn die Rettung des Filmerbes anhand des heutigen Publikumsinteresses festgemacht würde, dann könnte man jeden Film, der älter als 10 Jahre ist verrotten lassen. Darum geht es aber nicht, sondern um den Erhalt von Kunstwerken, die zumindest gesehen werden könnten, wenn speziellerer zukünftiger Bedarf besteht. An gewissen historisch bedeutsamen Ruinen hat auch 95% der Menschheit kein Interesse und trotzdem muß man sie erhalten
 

dlh

Imitation einer Witzfigur
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Die geilen Marvel-Filme sind gesichert, das reicht mir.

Ich würde mich ja sogar freiwillig bereit erklären, Filmrollen zu sichten, wenn das ein grundsätzliches Problem der fehlenden Arbeitskräfte ist.
Warum nutzt man dazu keine Film Studenten?
Ich glaube, der Mangel an "Manpower" bezieht sich vor allem (aber nicht ausschließlich) auf Fachkräfte, welche die Abtastung vornehmen (können). Das sind komplexe Geräte und Prozesse. Da kann man nicht mal eben ein paar kurz Eingearbeitete dran setzen. Da können unzählige Fehler passieren. Das ist ein Lernprozess, der Jahre dauert (besonders eben auch Farbkorrekturen etc.). Andererseits gibt es natürlich auch "Naturtalente", die sich das mal eben selbst beibringen und sogar ganze Labels auf diesem Wissen aufbauen (:39:).
 

berlin69er

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Gutes Beispiel sind doch auch z.B. die wenigen Stuckaltbauten und Kopfbahnhöfe in Berlin, die den Krieg teilweise fast unbeschädigt überstanden haben und dann aber dem Modernitätswahn der 50er und 60er Jahre zum Opfer gefallen sind.
Heute wird das wieder bereut und man hätte sie jetzt eher erhalten.

Ähnlich könnte es mit den Filmen ja auch gehen: in einigen Jahren ändern sich die Geschmäcker vielleicht wieder und man bereit es, nicht mehr getan zu haben.
 

berlin69er

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@dlh : Ja, was die Digitalisierung angeht, ist mir das schon klar. Das wird auch in Zukunft ein echtes Problem sein, Fachleute zu finden.

Der Typ im Film beschrieb aber auch, dass man nicht genug Leute hat, alle Filme rechtzeitig zu sichten.
 

dlh

Imitation einer Witzfigur
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Stimmt. So könnte man zumindest den Prozess der Priosierung der Filme beschleunigen. Sichtung des Materials wäre auch nach einer kurzen Einarbeitung möglich.
 

Roy Morgan

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Ein idealer Job für Filmstudenten, denke ich mal...
Ich glaube, die Materiallage zu beurteilen erfordert schon Fachwissen.
Vielleicht kann der Film bei unfachmännischer Handhabung auch zerstört werden.
Der Großteil der Arbeit wird darin bestehen, zu schauen, ist der Film komplett, bzw. was fehlt, stimmt die Reihenfolge der Kapitel/Rollen, sind alle Texttafeln vorhanden etc.
Oft liegen die Filme ja leider nicht in der Premierenfassung vor, sondern sind geschnitten und/oder umarrangiert worden.
Lies dir mal die Blu-ray-Vorspanntexte zu Restaurierungen durch, wieviel Fassungen aus allen Herrenländern dazu teils herangezogen wurden.

Das Thema ist sicher komplexer, als es den Anschein hat.
Und da der Stummfilm keine große Lobby hat, wird das Material weiter verfallen und nur wenige wichtige Werke gerettet werden können. Wenn überhaupt.
 

jorgus

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Was ist eigentlich aus dem Typen geworden der diverse Originalmaterialien wie zum Beispiel ein Negativ und Schnittreste vom Murnauklassiker Nosferatu in Privatbesitz haben soll? Dem gammeln seine Filmdosen doch sicher auch bald unterm Hintern weg. Einigung mit der Murnaustiftung scheints ja wohl nicht gegeben zu haben, sonst hätten wir das ja in Form einer astreinen Restauration zu sehen bekommen.
Soweit ich das noch in Erinnerung habe, ist er doch immer den Beweis schuldig geblieben und von Knastaufenthalt habe ich auch gehört (so zumindest einst im Stummfilmforum).
Ich hab den immer für nen Hochstapler gehalten ohne irgendwas in der Hand.
 

pinheadraiser

Dösbaddel
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Was ist eigentlich aus dem Typen geworden der diverse Originalmaterialien wie zum Beispiel ein Negativ und Schnittreste vom Murnauklassiker Nosferatu in Privatbesitz haben soll? Dem gammeln seine Filmdosen doch sicher auch bald unterm Hintern weg. Einigung mit der Murnaustiftung scheints ja wohl nicht gegeben zu haben, sonst hätten wir das ja in Form einer astreinen Restauration zu sehen bekommen.
Soweit ich das noch in Erinnerung habe, ist er doch immer den Beweis schuldig geblieben und von Knastaufenthalt habe ich auch gehört (so zumindest einst im Stummfilmforum).
Ich hab den immer für nen Hochstapler gehalten ohne irgendwas in der Hand.
Knnst du was verlinken oder mehr zu der Knastgeschichte erzählen? Mir war so als ob er seinerzeit schon sehr konkret und absolut präzise seine ganzen Materialen aufgezählt und die Vorgänge mit Murnau und dem Rechtsstreit um da Material geschildert hat. Hat er nicht sogar nen Scan vom Vertrag oder anderen Dokumenten im Zusammenhang mit Nosferatu hchgeladen?
 

jorgus

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Das Stummfimform gibt es soweit ich weiss nicht mehr, daher nur aus der Erinnerung. Ausser irgendwelcher Behauptungen, habe ich nie etwas gesehen. Das muss dann an anderer Stelle gewesen sein.
 

Torsten Kaiser TLEFilmsFRPS

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Ein idealer Job für Filmstudenten, denke ich mal...
Ich glaube, die Materiallage zu beurteilen erfordert schon Fachwissen.
Vielleicht kann der Film bei unfachmännischer Handhabung auch zerstört werden.
Der Großteil der Arbeit wird darin bestehen, zu schauen, ist der Film komplett, bzw. was fehlt, stimmt die Reihenfolge der Kapitel/Rollen, sind alle Texttafeln vorhanden etc.
Oft liegen die Filme ja leider nicht in der Premierenfassung vor, sondern sind geschnitten und/oder umarrangiert worden.
Lies dir mal die Blu-ray-Vorspanntexte zu Restaurierungen durch, wieviel Fassungen aus allen Herrenländern dazu teils herangezogen wurden.

Das Thema ist sicher komplexer, als es den Anschein hat.
Und da der Stummfilm keine große Lobby hat, wird das Material weiter verfallen und nur wenige wichtige Werke gerettet werden können. Wenn überhaupt.

Prinzipiell völlig richtig; die Erfahrungen und Kenntnisse eines Filmstudenten reichen hier NOCH LANGE nicht aus. Leider ist das Feld so komplex, dass die Vorarbeit eine enorm hohe Hürde bildet. Was benötigt wird, sind, tatsächlich, FACHKRÄFTE - die mit ihren Erfahrungen die Grundlagen der Einschätzung DER NÄCHSTEN SCHRITTE bilden müssen. Es ist diese Brücke, um die es geht, und diese muss EXTREM BELASTBAR sein. Ist man über diese Brücke drüber, müssen die anderen Sxchritte aber auch bereits vorrausdenkend gemacht sein/vorbereitet sein. Da geht vieles nur über den Weg der ZUSAMMENARBEIT, wenn es NACHHALTIG - sprich ERHALTEND SEIN SOLL. Erst dann hat es auch WERT.

Ein Fortschritt IST GEMACHT; ich freue mich sehr über die Einigung - jetzt müssen die entsprechenden Materialien zu denen, die am besten jeweils die Probleme der Materialien adressieren/angehen/lösen können. Je nach Problem sind dies verschiedene Firmen/Spezialisten, die sich über die Jahre/Jahrzehnte auf ihrem Feld teils buchstäblich ausgezeichnet haben. Deutschland HAT die Expertise auf den jeweiligen Ebenen. Bis hin zur Restoration 4 Preservation.
 

Forcekeeper111

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Also ist das so schlimm?? Wer schaut den Stummfilme bzw. kennt da überhaupt einen einzigen Schauspieler?
Bitte Ironie entsprechend kennzeichnen.
Danke.
Das war es nicht, Kultfilme bzw. bekannte Schauspieler deren Filme kann man gerne retten aber nicht jeder 0815 Nischenfilm muss gerettet werden, man kann auch gerne eine Stiftung für sowas gründen

Die gibt es bereits - aber mal abgesehen von deren "failings" - wenn sich dieser "Modetrend" weiter fortführt, sind die nächsten, die keiner kennt, nicht die Stars & Größen der Stummfilmzeit, sondern Cagney, Bogart, Robinson, Raft, Rodgers, Crawford, Davis, Lupino, Astaire, Kelly, Charisse, Hayworth. Dies HAT BEREITS EINGESETZT. Und das ist das Erschreckende - nicht dass es passiert, weil wir die Filme, die es mit diesen Größen gibt, nicht retten können, sondern weil es immer mehr MEINUNGSMACHE gibt, dass sies NICHT NÖTIG SEI.
Kommt auch daher das diese Filme ja auch bei uns z.B. gar nicht mehr gezeigt werden. Das ÖR sendet doch höchstens um 03:00 mal irgendetwas von diesen uns noch geläufigen Klassikern. Einen 20 jährigen braucht man nichts von Bogart zu erzählen und S/W ist doch gerade bei den ÖR nicht mehr präsent. Da fängt das Dilemma doch schon an. Wenn das ÖR solche Filme selber als Kulturgut und Zeigenswert einstufen würde dann müssten Sie diese auch spielen und dann nicht um Mitternacht.
 

Roy Morgan

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Kommt auch daher das diese Filme ja auch bei uns z.B. gar nicht mehr gezeigt werden. Das ÖR sendet doch höchstens um 03:00 mal irgendetwas von diesen uns noch geläufigen Klassikern. Einen 20 jährigen braucht man nichts von Bogart zu erzählen und S/W ist doch gerade bei den ÖR nicht mehr präsent. Da fängt das Dilemma doch schon an. Wenn das ÖR solche Filme selber als Kulturgut und Zeigenswert einstufen würde dann müssten Sie diese auch spielen und dann nicht um Mitternacht.
Idealerweise würde etwas zu vernünftigen Sendezeiten laufen, vielleicht sogar als Themenreihe, da gibt es unzählige spannende Möglichkeiten.
Ein Anliegen sich für die Geschichte des Films einzusetzen, ist beim ÖR null spürbar, dabei würde das nicht mal was kosten, bzw. kaum was, im Vergleich zu Shows, Fußball u. ä.
Das wirklich Schlimme ist: interessante, seltene, unbequeme, aber teils herausragende Filme (ich denke hier vor allem an deutsche Produktionen), egal ob Stummfilm, Neues Deutsches oder neuere Produktionen laufen nicht mal nachts!
Das wäre eine Gelegenheit für Fans, sich die Sachen aufzunehmen, ohne das Normalpublikum zu nerven. Statt diesen Filmschatz zu teilen, versauern die Werke im Archiv.

Der ÖR ist aber damit beschäftigt nicht anzuecken und sein System zu erhalten, da hat man wohl keine Ressourcen mehr, sich um solche Marginalien wie Filmgeschichte zu kümmern.
 

Forcekeeper111

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Das muss ja nicht mal im linearen TV laufen. Aber selbst in den Mediatheken findet sich nicht mal ein großen Klassiker wieder. Das ÖR Belehrungsfernsehen benötigt halt jeden Cent für den 9573ten Tatort und die 7644te Degeto Schnulze. Man möchte halt jung, frisch und PC hipp erscheinen. Da stören irgendwelche S/W 4:3 Klamotten doch auch nur.
 

Ethan Edwards

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Für die USA gibt es Schätzungen, dass 90 Prozent der Stummfilme und 50 Prozent der vor 1950 produzierten Tonfilme verloren sind: Film Riches, Cleaned Up for Posterity
Das liegt aber zu einem erheblichen Teil auch daran, dass auch innerhalb der Filmindustrie lange Zeit kein Bewusstsein dafür vorhanden war, dass Filme für zukünftige Generationen erhalten werden sollten. Viel Zelluloid wurde weggeworfen oder wiederverwertet, lange bevor die Filme sich durch chemische Prozesse zersetzen konnten. Und viele Filme sind infolge von Selbstentzündung verbrannt.
 
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