Zuletzt gesehener Film - kurzes Fazit

klapper

Statist
Mitglied seit
27.04.2018
Beiträge
91
Standort
Hinter den Bergen, bei den 7 Zwergen
Die Insel der 1000 Freuden (1978)

14691


Abgehalfteter Tennisspieler - und Zocker gerät auf Mauritius in finanzielle Probleme, weshalb er und vor allem seine Ehefrau die reiche Erbtante abmurksen und den Schotter (später in Personalunion mit seiner Geliebten !) einsacken will. Dias vermeintliche Opfer ahnte aber sowas und setzt eine Privatdetektivin aka Olivia Pascal ein …. und dank dem Gläubiger spielt sich noch ein bisschen Mädchenhandel ab.

Uff, das knallt uns ja Lisa-Film was vor den Latz. Bestand deren Ouevre in den 70er und 80er ja mehrheitlich aus eher dümmlichen Komödien mit relativ grossen Tittenanteil und eher mässiger Disko Mucke, so kann sich der geneigte Zuschauer hier an einem Krimi voller Exploitation, Sleaze und allem, was das Leben so an Schlechtigkeiten zu bitten hat, erfreuen, wie es die Italiener und Japanern zwar besser machten … aber auch nicht viel :05:.


Die Euro-Pop-Mucke bleibt uns dann auch nicht erspart, die Bräute ziehen auch hier dankenswerterweise gerne und häufig blank, sind zumeist dabei noch notgeil, die Männer sind tendenziell eher schmierig, das Wetter gut, die Strände weiss, Arthur Brauss gibt den fiesen Möpp, Otto Retzer seinen Spannmann … Herz, was willst du mehr ?? :biggrin:

Das Highlight: Otto Retzer foltert Olivia Pascal, indem er ihr ein paar Schamhaare ausreißt. Haben wir da alle nicht drauf gewartet? So werden Bildungslücken geschlossen :07:.

Wenn man auf eine den Geist auch nur rudimentärst herausfordernde Story, ausgefeilte Dialoge, Schauwerte jenseits der Location und nackten Tatsachen oder gute schauspielerische Leistungen verzichten kann:

7/10

andernfalls: Bloss die Hände weg !


Ich hoffe ja darauf, das Subkultur den auch noch in einer vernünftigen Qualität bringt
 

montana

Nebendarsteller
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
749
Die Insel der 1000 Freuden (1978)
...
Ich hoffe ja darauf, das Subkultur den auch noch in einer vernünftigen Qualität bringt
Auf den und einige andere hoffe ich auch seit der ersten Ankündigung, aber leider haben ja die gezielt als "Komödien" inszenierten Werke offenbar Vorrang - obwohl Filme wie der hier wesentlich komischer und unterhaltsamer sind.
 

dlh

Imitation einer Witzfigur
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
1.773
Alter
28
The French Connection (1971) von William Friedkin

Leicht angestaubter Cop-Thriller/Gangsterfilm, der damals sage und schreibe fünf Oscars abgesahnt hat. Eigentlich sind auch alle Voraussetzungen für einen guten Film gegeben: Ein talentierter Regisseur, ein A-Klasse Cast, eine interessante Geschichte… Aber irgendwie kommt THE FRENCH CONNECTION (der hierzulande den Zungenbrecher "Brennpunkt Brooklyn" als Titel bekommen hat) nie so richtig in Fahrt. Die berühmte Verfolgungsjagd ist recht anschaulich, aber danach flacht das ganze wieder ab. Irgendwie bleiben die Charaktere allesamt recht blass. Das ist von Friedkin auch merklich so gewollt, aber da alles andere auch sehr kühl und abweisend ist, findet man nur schwer oder überhaupt nicht Zugang zur Geschichte. Ähnlich, aber wesentlich besser, haben es da Michael Mann mit THIEF (1981) oder Nicolas Winding Refn mit DRIVE (2011) gemacht.

Leider konnte mich Friedkins oft angepriesener Meilenstein des „New Hollywood“ bei der Erstsichtung nicht vom Hocker reißen.

6/10
Dafür dann einfach nochmal "Leben und sterben in L.A." gucken. "French Connection" habe ich jetzt schon ein paar Mal gesehen, Schlecht ist der nicht. Problem ist aber irgendwie, dass da bei mir nichts hängen bleibt. Es gibt ein Treffen zweier Drogendealer auf 'ner Insel, es gibt eine Verfolgungsjagd. Irgendwer entkommt mit der U-Bahn, am Ende wird eine Baustelle gestürmt. Irgendwie so. Oder auch nicht. Die Erinnerungen sind beinahe alle futsch.
 
  • Like
Wertungen: Rex

Peter.Pim

Laiendarsteller
Mitglied seit
09.05.2018
Beiträge
191
Ein Fremder ohne Namen / Coogans großer Bluff

Angetrieben von der eine Handvoll Dollar Reihe hatte ich auf einen ebenso starken Film gehofft. Geboten bekam ich einen halbgarren uninspirierten lieblos gespielten Western wo Clint Eastwood jede Art von Charme ( so scheint es zumindest ) verloren hat. Als raubeiniger Anti Held ohne Witz - eine leere Hülle ohne Leben. Da erkennt man wie wichtig es ist einer Figur Werte zu geben die ihr Handeln glaubwürdig macht. Da fehlt meiner Meinung nach die Seele welche auch in Pale Rider oder Texaner gut zu erkennen war. Tote & Leichen ersetzten noch lange nicht eine gute Story. Hatte den Eindruck das man mit dem Film eher hoffte Geld in die Kassen zu spülen. Von Spielfreude keine Spur. Für mich der schlechteste Eastwood den ich bisher sehen musste.
3 / 10 nicht empfehlenswert

Das komplette Gegenteil empfand ich bei“ Coogans großer Bluff „
Der Film war einfach nur cool gespielt und sehr intelligent abgewickelt wie der Hauptdarsteller clever die Gegenspieler austrickst um seine Ziele zu erreichen. Und eine Prise Humor darf auch nicht fehlen.
9,5 / 10
Wow, irre. Kenne keinen sonst der Coogan's Bluff viel abgewinnen kann. Da Eastwood eigentlich keinen schlechten Film gemacht hat immer noch okay aber nichts besonderes. Ganz anders Fremder ohne Namen, absoluter Kracher der Film.
Lustig, bin mit Coogan auch nicht so richtig warm geworden. Konnte die guten Bewertungen nicht ganz nachvollziehen.
Ein Fremder ohne Namen 10 von 10 ist ein absoluter TOP Film
Coogan ist nur O.K.7von 10
 

Gollum

Nebendarsteller
Mitglied seit
20.04.2018
Beiträge
886
Agent 003 1/2 in geheimer Mission (1981): Amüsante Bond-Parodie mit einem Kleinwüchsigen als Doppelnull, der nicht nur einen lächerlichen Bodycount veranstaltet, sondern auch mit fast allen Miezen in die Kiste hüpft & sie richtig befriedigt. Es ist eben nicht alles klein an ihm. :smile: Vom Inszenatorischen her eine ziemlich schrottige Angelegenheit (3,5/10), aber Weng Weng muss man einfach lieben, seine Sprüche, seine Stunts, seine Moves, seine Fights, seine unschuldige Ausstrahlung, seine Mimik, dafür packe noch mal 3,5 drauf. Bester Spruch: Du hast schon ganz braune Zähne vom Scheiße quatschen. 7/10



The Search for Weng Weng (2013): Herausragende Doku über einen fast vergessenen Kultstar. Siehe Doku-Thread. 9/10
 

Peter.Pim

Laiendarsteller
Mitglied seit
09.05.2018
Beiträge
191
Die Unbestechlichen - All The President‘s Men (DVD) 9/10

Es passiert eigentlich nicht viel mehr, als dass zwei Reporter Zeugen, bzw. Quellen befragen, in die Redaktion fahren, diese Quellen auswerten, zu Papier bringen und neuen Hinweisen nachgehen. Trotzdem ist der Film von Anfang bis Ende mordsspannend und dabei exzellent besetzt. Hier ist pure Aufmerksamkeit gefragt, nebenbei auf das Handy gucken oder mal auf die Toilette kann schon der Unaufmerksamkeit zuviel sein. Der Film fordert volle Aufmerksamkeit, damit man den Overkill an Namen und Verdächtigen behält und die ganze Verschwörung überblickt.

Ein Klassiker.

Der Fall Serrano (Blu-ray) 8/10

Erstsichtung einer Perle des französischen Genrekinos. Der Fall Serrano ist ein im Mantel eines Politthrillers verpacktes Whodunit, dass aber 2 Stunden super unterhält und mit Alain Delon, Ornella Muti oder auch Klaus Kinski die Creme de la Creme des europäischen Kinos aufbietet.
Die Unbestechlichen - All The President‘s Men (DVD) 9/10
ist in der Tat ein super Film
 

Peter.Pim

Laiendarsteller
Mitglied seit
09.05.2018
Beiträge
191
Die Straße des Bösen (1974; Larry Yust)

Anhang anzeigen 14687

Rabenschwarze Komödie um eine Handvoll alter Menschen, die sich rabiat wehren, als das Haus in dem sie seit Jahrzehnten wohnen abgerissen und sie zwangsumgesiedelt werden sollen.

Figuren und die langsam eskalierende Situation sind gut entwickelt; vor allem sind die verschroben, rebellischen Rentner ebenso ungewöhnliche wie gelungene Protagonisten. Daran haben auch die guten Darsteller ihren Anteil.
An wenigen Stellen hängt das ganze ein bisschen durch (z.B. in einer eher bemüht lustigen "alte Dame fährt nach 40 Jahren zum ersten mal wieder ein Auto"-Sequenz), doch das machen die starken Partien und das originelle Setting locker wett.

Renitente 7/10

PS:
Leider scheinbar nirgends in ordentlicher Qualität zu kriegen. :frown: Bei der dt. DVD würde ich aufgrund von Bildqualität und -format (4:3) darauf tippen, dass die Bildquelle ein (immerhin gut erhaltenes :39: ) VHS-Band war...
Weiß jemand ob die kürzlich in Italien erschienene DVD - einzige andere VÖ aus Nach-VHS-Zeiten, die ich entdecken konnte - besser ist?
Danke für die Info.
Den Film muß ich mir besorgen,
habe leider noch nie von dem Film gehört.
Scheind aber ein muß ich haben zu sein :s-liebeamsl0: :smile::zwinkern:
 

Archos

Herrscherin über die Sülznasen
Mitglied seit
21.04.2018
Beiträge
4.444
Lethal Weapon 1 & 2
Ja, was soll man da noch sagen? Da stimmt alles. Figuren, für die man sich wirklich interessiert. Eine Story, die den Figuren nicht im Weg steht. Ein herrlich unterhaltsamer Soundtrack. Echte Stunts (selbst der Sprung am Anfang!). Alles schön ironisch mit Jahrhundert-Sprüchen verpackt, ohne aber auf ein paar sentimentale Momente zu verzichten, die NIE stören (auch dank Eric Claptons lakonischen Gitarrengriffen). Unterhaltungskino in Formvollendung.
20/20
 

Rex

Nebendarsteller
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
955
Dafür dann einfach nochmal "Leben und sterben in L.A." gucken. "French Connection" habe ich jetzt schon ein paar Mal gesehen, Schlecht ist der nicht. Problem ist aber irgendwie, dass da bei mir nichts hängen bleibt. Es gibt ein Treffen zweier Drogendealer auf 'ner Insel, es gibt eine Verfolgungsjagd. Irgendwer entkommt mit der U-Bahn, am Ende wird eine Baustelle gestürmt. Irgendwie so. Oder auch nicht. Die Erinnerungen sind beinahe alle futsch.
Dies.

Und Leben und Sterben in L.A. ist fantastisch.
 

yellowstone

Nebendarsteller
Mitglied seit
20.04.2018
Beiträge
853
Die Straße des Bösen (1974; Larry Yust)

Anhang anzeigen 14687

Rabenschwarze Komödie um eine Handvoll alter Menschen, die sich rabiat wehren, als das Haus in dem sie seit Jahrzehnten wohnen abgerissen und sie zwangsumgesiedelt werden sollen.

Figuren und die langsam eskalierende Situation sind gut entwickelt; vor allem sind die verschroben, rebellischen Rentner ebenso ungewöhnliche wie gelungene Protagonisten. Daran haben auch die guten Darsteller ihren Anteil.
An wenigen Stellen hängt das ganze ein bisschen durch (z.B. in einer eher bemüht lustigen "alte Dame fährt nach 40 Jahren zum ersten mal wieder ein Auto"-Sequenz), doch das machen die starken Partien und das originelle Setting locker wett.

Renitente 7/10

PS:
Leider scheinbar nirgends in ordentlicher Qualität zu kriegen. :frown: Bei der dt. DVD würde ich aufgrund von Bildqualität und -format (4:3) darauf tippen, dass die Bildquelle ein (immerhin gut erhaltenes :39: ) VHS-Band war...
Weiß jemand ob die kürzlich in Italien erschienene DVD - einzige andere VÖ aus Nach-VHS-Zeiten, die ich entdecken konnte - besser ist?

Die Gerüchteküche USA rumort, dass die Wahrscheinlichkeit einer Blu-ray via Kino Lorber 2019 sehr hoch ist. Aber halt nur ein Gerücht.
 

Black Smurf

Disenchanted
Mitglied seit
19.04.2018
Beiträge
1.325
Alter
49
Standort
R'lyeh
Danke für die Info.
Den Film muß ich mir besorgen,
habe leider noch nie von dem Film gehört.
Scheind aber ein muß ich haben zu sein :s-liebeamsl0: :smile::zwinkern:
Hoffe du hast so viel Spaß mit dem Film wie ich. :smile:

Die Gerüchteküche USA rumort, dass die Wahrscheinlichkeit einer Blu-ray via Kino Lorber 2019 sehr hoch ist. Aber halt nur ein Gerücht.
Danke für den Hinweis, dann halte ich mal die Augen offen.
 

Agent Smith

Laiendarsteller
Mitglied seit
23.04.2018
Beiträge
421
Bad Times at the El Royale:
Ob man heutzutage Filmen wie Das Schweigen der Lämmer und Pulp Fiction noch den Kultfilmstatus zusprechen würde?
Was macht einen Film zum Kult?
Als Kultfilm würd ich ihn jetzt nicht bezeichnen, aber mir hat überraschend gut die verschachtelte Erzählstruktur, Drehbucheinfälle, die Regie und die Kameraführung gefallen.
Wer oder wielange überlebt ist auch sehr überraschend umgesetzt. Gerade das erste Drittel mit der Storyline um Jon Hamm war erstklassig umgesetzt.
Cabin in the Woods hat mir von Goddard nicht so stark gefallen und den Hype konnte ich nicht nachvollziehen.
Aber dieser Film war endlich mal wieder nach den ganzen Sequels und Comicverfilmungen was erfrischend Anderes.
8/10
 

kippe

Vote for the Wurst!
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
1.444
Standort
Nähe Köln
Ob man heutzutage Filmen wie Das Schweigen der Lämmer und Pulp Fiction noch den Kultfilmstatus zusprechen würde?
PF war hinsichtlich der nicht linearen Erzählung, der Zeitsprünge, der Elipsen und der bewusst in die Länge gezogenen Dialogszenen damals innovativ, denke, der würde heute nicht mehr so ein Mega-Erfolg werden. Ein sehr guter Film ist und bleibt er aber m. M. n., habe ihn noch vor Kurzem wiedergesehen und mein Problem war nur, dass ich ihn eine Zeitlang zu oft gesehen hatte und mich bei diesem Film nichts mehr überraschen kann. Sagen wir mal, er hat sich abgenutzt.

SCHWEIGEN durfte ich just gestern nochmals begutachten, als 4K HDR-Fassung von iTunes und ich muss sagen, die Inszenierung Demmes ist so dermaßen gelungen und immer noch nervenzerfetzend spannend, dass sie für mich noch heute genauso funktioniert wie bei der ersten Sichtung, auch wenn ich alle Wendungen und Parallelmontagentricks kenne. Für mich ein Meisterwerk von A-Z, weniger ein "Kultfilm" als einfach ein Mainstream-Horror-Thriller, der aufgrund der exzellenten Darsteller, des Drehbuchs, des Schnittes, Musik und Regie auch heute noch für ein relativ breites Publikum funktionieren kann.

Dagegen bin ich beim Nachfolger HANNIBAL (erneut) innerhalb der ersten halben Stunde fast eingeschlafen, weil mich keiner der Charaktere besonders interessiert. Weder die Starling-Doublette Moore, noch dieser doofe Millionär mit schlechter Gesichtsmaske, noch der trottelige italienische Kommissar... Schaue das mal heute zu Ende, denn zumindest das HDR knallt schön. Aber guter Film? Weit gefehlt. Steht für mich in einer Reihe der schlechten Scott-Filme direkt neben seinem späten Alien-Aufwärmversuchen...
 

montana

Nebendarsteller
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
749
The Perfection (USA 2018, Netflix): Wenn man (wie ich) außer einer groben Genrezuordnung nichts über den Film weiß, besteht ein nicht unerheblicher Reiz des Werkes darin, dass man nicht so wirklich weiß, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt. Man ahnt es zwar recht früh, der Film schlägt aber immer wieder mehr oder weniger geschickt kleine Hacken, die einen vom Weg abbringen. Das ist, in Kombination mit der ordentlichen Besetzung und der soliden Inszenierung durchaus unterhaltsam, doch wenn man das Ganze - spätestens nach dem Abspann - nochmal Revue passieren lässt, tun sich große Abgründe auf, die zwangsläufig das ganze Storykonstrukt ins Wanken bringen. "The Perfection" opfert nämlich für seine vermeintlich cleveren Twists jegliche Glaubwürdigkeit, was das Agieren der Hauptfiguren angeht und ist in der Hinsicht eine echte Mogelpackung. Das wird einem natürlich erst im Laufe des Films klar, hat mich aber im Nachhinein so geärgert, dass es den Film deutlich abgewertet hat, was wirklich selten vorkommt. (5,5/10)
 

montana

Nebendarsteller
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
749
...
PF war hinsichtlich der nicht linearen Erzählung, der Zeitsprünge, der Elipsen und der bewusst in die Länge gezogenen Dialogszenen damals innovativ, denke, der würde heute nicht mehr so ein Mega-Erfolg werden....
So eine Überlegung macht finde ich generell wenig Sinn, da Pulp Fiction ja unzählige Filme inspiriert und letztendlich immer noch Einfluß auf das heutige Kino hat. Ob der Film in einer alternativen Welt, in der es bis heute nie PF oder ähnliche Werke gegeben hätte, aktuell einschlagen würde, kann daher wohl niemand sagen.
 

Thorwalez

Prince of Whales
Teammitglied
Mitglied seit
12.04.2018
Beiträge
5.609
Alter
36
Standort
Neuss
Brawl in Cell Block 99 (2017; S. Craig Zahler)
Ein merkwürdiger Film in jeder Hinsicht. Ich könnte jetzt nicht sagen, dass er mir komplett gefallen hat, dafür war mir die Einleitung entschieden zu lang und zu wenig interessant und das Ende im titelgebenen Cell Block 99 zu überzeichnet, allerdings geht von dem Werk auch eine gewisse Faszination aus. Vince Vaughn gefällt mit seinem dauerstoischem Spiel. Eigentlich eher der überlegte und ruhige Typ überrascht (bzw. schockt) seine Figur in ihren Gewaltausbrüchen immer wieder mit eiskalter Konsequenz und beinharter Zielstrebigkeit. Nicht minder schockierend ist auch der Gegenspieler, der seiner Frau bzw. seinem ungeborenen Kind etwas absolut höllenmäßiges antun will, wenn er nicht spurt. Höllenmäßig ist auch der Cell Block 99, der konträr zu den ersten und realistisch anmutenden 90 Minuten eher wie ein Folterkeller aus dem Mittelalter als wie ein Hochsicherheitsgefängnis aus dem 21. Jahrhundert wirkt. Dazu die überzogenen Comic-Gewalt und die (aus welchem Grund auch immer) übermenschlichen Fähigkeiten der Hauptfigur und fertig ist ein Mix, der sich jeder Einordnung entzieht. Diese Unangepasstheit kann man mögen, sogar abfeiern, mir erschwerte der Film durch die sehr unklare Linie eher der Zugang. 6/10

 

Punk

Statist
Mitglied seit
02.05.2018
Beiträge
88
John Wick 3: Chapter 3 - Parabellum (USA 2019)

Hätte mich mit 14 Jahren sicherlich zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Aus heutiger Sicht leider ein auf 130 Minuten aufgeblasenes CGI-Superheldenfilmchen, dessen pornografische Gewaltchoreopraphien mich schon nach 15 Minuten zum ersten - leider nicht zum letzten - Mal auf die Uhr schauen ließen. Spätpubertärer, in seiner redundanten Exzessivität lächerlicher und langweilender Mist, der plumpe Effekthascherei mit Eleganz verwechselt. Wäre keine Überraschung, würde John Wick im vierten Teil gegen die Avengers im Star Wars Universum antreten...
 

euro

Hirnlos
Mitglied seit
18.04.2018
Beiträge
3.336
Alter
44
Standort
Großherzogtum Baden
Dark Phoenix (2019) - 5 / 10

Dark Phoenix bildet den Abschluss der zweiten X-Men Generation bevor das ganze Franchise jetzt zum Mäusekonzern wandert. Warum es genau geht? Keine Ahnung. Wir sehen wie Sansa Stark aka Dark Phoenix zur gefährlichsten Superheldin mutiert und irgendeine Schurkin will sich ihre Kräfte zu nutzen machen und die Weltherrschaft an sich reißen.

Obwohl ich sämtliche X-Men Teile gesehen habe (Ist auch schon wieder eine Weile her), hab ich keinen Plan, wo ich Dark Phoenix jetzt zeitlich einordnen soll. Vor dem ersten X-Men mit Jean Luc Piccard? Warum sterben dann plötzlich Leute, die später wieder auftauchen? Häää? Nee, komm, auf solche Diskussionen lass ich mich gar nicht erst ein.

Lassen wir die Handlung mal außen vor, so hat der Film auf seiner Habenseite immerhin einen düsteren Grundton. Hat mir tatsächlich gut gefallen, wer hier auf knallbunten Disney-Marvelquatsch mit vielen blöden Sprüchen steht, kommt nicht wirklich auf seine Kosten. Technisch war es durchaus in Ordnung, auch die 3D-Szenen am Anfang sahen schick aus. Den Showdown hingegen fand ich ziemlich anstrengend. Die Kamera stets in Bewegung, Staccato Schnitte und 3D-Einsatz verursachten tatsächlich Kopfschmerzen bei mir.

Leider ist Film schon allein vom Drehbuch her eine mittlere Katastrophe. Die Story lässt sich in zwei Atemzüge erzählen, Spannung ist gänzlich Fehl am Platz. Wendungen? Hallo? Die Bösewicht-Tante verbreitet jetzt auch nicht gerade Angst und Schrecken und kommt gefühlt auch nur in 2-3 Szenen vor und das einzige, was sie machen darf, ist Sansa irgendwie Energie abzapfen. Give it to me Baby, Apropos Sansa, die glänzte schon in Game of Thrones nicht wirklich durch überragendes Schauspiel, für die Rolle der Dark Phoenix prognostiziere ich hier mal feierlich die Nominierung zur Goldenen Himbeere. Auf der anderen Seite passte das aber trotzdem, denn für mich war der Film aufgrund seines überdimensionierten Showdowns, welcher von Hans Zimmers epischen Klängen untermalt wurde, teilweise übelster Trash.


Nein, es war keine Katastrophe. Man konnte sich das schon anschauen und es war zum Teil auch unterhaltsam. Man sollte bei so einem Film stets die positiven Aspekte “hervorheben” und ein Film, der Jennifer Lawrence und Sophie Turner in 3D zeigt, hat auch seine Schokoladenseiten.

Dennoch bleibt auch der letzte Film der zweiten X-Men Generation deutlich hinter der Urtrilogie zurück. Ich bin mal gespannt, wie es jetzt mit der Reihe weitergeht, wenn Disney seine Finger im Spiel hat.

 

Eric666

Mia san Meis7er!
Teammitglied
Mitglied seit
12.04.2018
Beiträge
3.465
Alter
46
Standort
Westerwald
Giant Little Ones (2018/HD/OV/iTunes)
Bockstarkes Coming-of-age-Drama, sehr überzeugend gespielt, ohne Ausnahme. :38:
Absolute Empfehlung von mir. 9/10
 

Black Smurf

Disenchanted
Mitglied seit
19.04.2018
Beiträge
1.325
Alter
49
Standort
R'lyeh
Eye in the Labyrinth (1972; Mario Caiano)

Bildschirmfoto 2019-06-11 um 22.16.09.jpg

Als Julie aus einem Albtraum, in dem ihr Lover und Psychiater ermordet wird, aufwacht, ist dieser verschwunden. Bald darauf taucht ein Schläger bei ihr auf und fragt nach dem Verbleib des Mannes. Auf das durchgedrehte Gestammel eines anderen seiner Patienten hin fährt sie in ein abgelegenes Städtchen um ihn zu suchen. Dort trifft sie auf Leute, die sich ihr gegenüber merkwürdig verhalten...

Schön bebilderter Giallo, der seine starke psychologische Komponente öfters mit ungewöhnlichen Perspektiven und Einstellungen unterstreicht. Die Darsteller sind solide und die Handlung originell und mal was anderes.
Über die Glaubwürdigkeit des Endes sollte man allerdings besser nicht zu viel nachdenken, dafür wird es konsequent angesteuert (d.h. es läuft rückblickend gesehen darauf zu).

7/10
 
Oben Unten